Für diesen Beitrag haben wir uns kompetente Verstärkung durch die Expertin Inna Artemenko von der Online-Marketing-Agentur “ART Digital Marketing” als Co-Autorin ins Boot geholt. Sie erklärt, wie Du soziale Medien und speziell Facebook für die Vermarktung Deines Unternehmens oder Deines kleinen Geschäfts nutzen kannst. Du erhältst ein paar Einblicke in die Hintergründe und Zusammenhänge und verstehst hinterher besser, was es mit dem Anzeigengedöns bei Facebook auf sich hat, und wie Facebook-Marketing für Kleinunternehmen funktioniert.

Du möchtest Facebook als Möglichkeit nutzen, Dein Geschäft oder Dein kleines Unternehmen zu vermarkten? Oder Du bist bereits dabei und betreibst eine Facebook-Seite? Aber Du hast irgendwie keinen Erfolg, und die Leute reagieren einfach nicht auf Deine Bemühungen? Das kann einen schon zur Verzweiflung bringen. Bevor Du die “Brocken hinwirfst” und denkst, dass das ganze Facebook-Ding doch gar nichts bringt, lies erst einmal diesen Beitrag. 🙂

Die Macht von Social Media

Stell Dir vor, Dein potenzieller Kunde steht orientierungslos mitten im Wald. Vor lauter Bäumen sieht er den Wald nicht mehr. So ist es tatsächlich auch in der digitalen Welt. Der potenzielle Kunde für Dein Kleinunternehmen ist -bildlich gesprochen- auf einer Reise, wenn er nach Produkten oder Lösungen sucht. Oft verliert er sich dabei in der Fülle des Angebots. Ist es dann nicht Deine Aufgabe, den Kunden an die Hand zu nehmen und ihn zum Ziel zu bringen?

Was ist also Deine Aufgabe als Unternehmer? Ganz klar, aktiv Präsenz zu zeigen und zu handeln. Auf dieser “Reise” des Kunden, also der Suche nach der Lösung für ein Problem oder der Erfüllung eines Wunsches, ist Social Media ein wichtiger Marketingkanal. Die Aufgabe von Marketing ist es, die Suchenden zu Interessenten zu machen und schließlich zu Kunden. Es macht auf Dich aufmerksam und zeigt potenziellen Kunden, dass DU die/der Richtige für sie bist.

Natürlich musst Du vorher ein paar Hausaufgaben machen und Dir ein paar Gedanken über Deine spezielle Zielgruppe machen. Social Media beinhaltet Facebook, Instagram, Xing und Co. Heute gehen wir aber gezielter auf Facebook als Unternehmen ein.

Vorab ein paar aktuelle Zahlen über Social Media

Mehr als drei Viertel aller Online-Nutzer haben auch einen Account auf mindestens einer Social-Media-Plattform. Social-Media-Plattformen werden nicht nur für Einkäufe und Abschlüsse (sog. Engagements) genutzt, sondern auch zum Stöbern, Inspirieren und Beeinflussen.

Je nach Plattform kannst Du sowohl Performance- als auch Engagementziele realisieren.

Schauen wir uns einmal die aktuellen Nutzerzahlen der Facebook-Gruppe (inkl. Instagram und WhatsApp) für 2018 an:

Facebook

1
Monatlich aktive Nutzer
1
Wöchentlich aktive Nutzer
1
Täglich aktive Nutzer

Instagram

1
Monatlich aktive Nutzer
1
Wöchentlich aktive Nutzer
1
Täglich aktive Nutzer

WhatsApp

1
Wöchentlich aktive Nutzer
1
Täglich aktive Nutzer

Eine Menge, nicht wahr? Man muss also nicht betonen, warum Facebook so wichtig ist und welche dominierende Macht es mittlerweile darstellt. Anhand der Zahlen erkennt man sofort, wie viel Potenzial sich auf Facebook und Instagram verbirgt. Erreiche deine Kunden dort, wo Sie aktiv sind.

Grundregeln des Online-Marketings

In der Tat scheitern aber die meisten Unternehmer schon einen Schritt vor der eigentlichen Umsetzung ihrer Kampagnen. Die wichtigste goldene Regel und das Fundament jeglicher Online-Marketingaktivität ist nämlich die richtige Strategie. Sie gibt die Richtung vor, an der Du Deine Aktivitäten ausrichtest. Sie ist der Kurs für Dein Schiff.

Es gibt fünf wichtige Hauptaufgaben, mit denen Du Dich beschäftigen musst, um Deine Strategie zu entwickeln. Und am besten hältst Du diese schriftlich fest.

  1. Unternehmensziele definieren
    Nur, wenn Du weißt, was Du mit Deinem Unternehmen erreichen möchtest, kannst Du die richtige Richtung ansteuern. Das ist Dein Ziel.
  2. Zielgruppe identifizieren
    Wenn Du das Ziel anvisiert hast, dann definierst Du, wie Dein idealer Kunde aussieht und welche Eigenschaften Deine Zielgruppe haben soll. Sollen Deine Kunden zum Beispiel Frauen zwischen 25 und 40 Jahren sein, die als Hobby Handarbeiten lieben, oder Männer über 50, die sich für Gartenarbeit interessieren? Über diese Eigenschaften kannst Du später Deine Zielkunden besser eingrenzen.
  3. Passende Social-Media-Kanäle bestimmen
    Wenn Du weißt, wer Deine Zielgruppe ist, gilt es herauszufinden, in welchen Sozialen Medien diese sich am häufigsten aufhält. Dort musst Du dann auch präsent sein. Was die Schwerpunkte der anderen Netzwerke sind, erfährst Du übrigens in unserem Beitrag “Welches soziale Netzwerk passt zu mir?“.
  4. Relevanten Content für die Zielgruppe definieren
    Je nach Social-Media-Kanal ist dann die Art der Inhalte unterschiedlich. Bei Instagram kommt es zum Beispiel auf gute Bilder an, die die Leute ansprechen, während bei Facebook gemischte Inhalte wie Texte und Videos je nach Thema relevant sein können.
  5. Faktoren bestimmen, mit denen man den Erfolg messen kann
    Schließlich musst Du wissen, wie Du nach einer Weile feststellen kannst, ob Dein Marketing bei Facebook und Co. erfolgreich ist. Dafür definierst Du Messgrößen, deren Werte Du in regelmäßigen Abständen überprüfst. Zum Beispiel die Anzahl von Klicks auf einen Button “Mehr Informationen”, oder ganz schlicht die Anzahl Deiner Follower.

Wie nutzt Du eine Facebook-Seite für Dein Marketing?

Deine Präsenz auf Facebook und Co. ist (neben Deiner Website) Deine professionelle Visitenkarte. Sie ist der erste Eindruck, den potenzielle Kunden von Dir haben!

Denke also daran, Dein Profil vollständig auszufüllen. Ganz wichtig: denke an das Impressum (rechtliche Absicherung), das Thema Datenschutz und die DSGVO! Und nutze kein Bildmaterial, das Du über Google findest, denn hier drohen Abmahnungen aufgrund des Urheberrechts. Ideal ist es, professionelle Bilder durch einen Fotografen erstellen zu lassen. Es gibt aber auch Online-Datenbanken für Fotomaterial, das Du entweder lizenzfrei verwenden oder gegen eine geringe Lizenzgebühr kaufen kannst.

Verwende qualitativ hochwertige Bilder und poste regelmäßig Neuigkeiten für Deine Follower. Achte darauf, ein einheitliches Design beizubehalten, um einen Wiedererkennungswert für Deine Marke zu erreichen, sowohl auf Facebook als auch auf Instagram.

Nutze alle Funktionen von Facebook aus. Gerade für Shop-Betreiber stehen viele nützliche Hilfsmittel wie Shopfunktion, Angebote & Services zur Verfügung.

Ein weiterer Erfolgsfaktor ist natürlich das sogenannte Community Management Deiner Facebook-Seite. Da heißt es unbedingt “Dran bleiben”! Posten und die Interaktion erhöhen! Je mehr Likes, geteilte Beiträge und Kommentare Du erreichst, desto mehr organische Reichweite erzielst Du. Und beziehe Dein Publikum mit ein! Antworte auf Fragen und Kommentare und gib Deinen Fans auch ein “Gefällt mir” für ihre Kommentare. So bindest Du Deine Fans an Dich und hältst die “Community” zusammen.

Was bedeutet Reichweite?

Es gibt zwei Arten von Reichweite für Beiträge, die bei Facebook gepostet werden. Die erste Art ist die sogenannte “organische” Reichweite. Sie kommt dadurch zustande, dass die Facebook-Nutzer, die einen Beitrag von Dir sehen, diesen kommentieren, mit “Gefällt mir” markieren oder sogar teilen. Dadurch wertet Facebook diesen Beitrag als interessant genug, um ihn auch anderen Menschen anzuzeigen. Je mehr “Likes” und Kommentare ein Beitrag erhält, und je öfter er geteilt wird, umso relevanter stuft Facebook diesen ein und macht ihn noch weiteren Menschen zugänglich. So kann sich ein Beitrag im Idealfall “lawinenartig” verbreiten. Das nennt man dann “viral”, weil sich ein Beitrag wie ein Grippevirus von Nutzer zu Nutzer ausbreitet. Solche Beiträge zu verfassen ist das höchste Ziel bei Facebook. 🙂

Facebook-Marketing für Kleinunternehmen - Statistik über Reichweite

Beispiel für eine Statistik über Beitragsreichweite aus den Facebook-Insights

Die zweite Art von Reichweite ist die bezahlte Reichweite für Werbeanzeigen. Du kannst bei Facebook bestimmte Beiträge als Werbung schalten. Du definierst einen Betrag X, den Du als Budget bereitstellst. Je nach Art der Werbung berechnet Facebook Dir dann einen Teil davon, wenn der Beitrag jemandem angezeigt oder angeklickt wird. Im Gegenzug macht Facebook Deinen Beitrag bei einer bestimmten Anzahl von Nutzern auf der Pinnwand sichtbar.

Wie erreiche ich denn eine große organische Reichweite?

Ohne strategisches Vorgehen wird die organische Reichweite “auf natürlichem Weg” nicht mehr als 5-10% der Follower einer Seite erreichen. Das heißt, wenn Deine Facebook-Seite zum Beispiel 250 Follower hat, dann bekommen selten mehr als 15-25 Personen Deine Beiträge überhaupt zu sehen. Das kann auf Dauer natürlich frustrieren, weil sich auf Deiner Seite trotz großer Anstrengung überhaupt nichts tut. Aber woran liegt das dann?

Auch wenn sich im Online-Marketing und speziell auf Facebook vieles stetig ändert, gilt aber doch seit langem ein Grundsatz: “Content is king“. Der Inhalt ist der König, also der Weg zu mehr Reichweite. Nur, wenn das, was Du teilst, also der Content, für das Publikum relevant ist, erfährt er auch Verbreitung. Das gilt sowohl für Facebook als auch für Suchmaschinenoptimierung. WAS sich ändert, bzw. verfeinert, sind die Kriterien, anhand derer die Algorithmen diese Einschätzung treffen.

Google wie auch Facebook bewerten Deine Inhalte automatisch anhand verschiedener Kriterien, ob sie für die Suchenden oder die Netzwerk-Nutzer relevant sind. Wenn der Text also nützliche Informationen zu einem Thema liefert, ist das ein Baustein. Aber auch, wenn ein Beitrag oft angeklickt, kommentiert, mit “Gefällt mir” markiert oder geteilt wird. Dies sind die Interaktionen, die es zu steigern gilt.

Beiträge erstellen – Worauf kommt es an?

Das ist die Frage aller Fragen. Wir können Dir Tipps geben, was sich über Jahre bewährt hat, jedoch gibt es kein allgemein gültiges Erfolgsrezept. Alles hängt sehr von der Branche und der Zielgruppe ab und steht und fällt mit Deiner Social-Media-Strategie. Basierend darauf fällt Dir die Erstellung von Content auch leichter, wenn Du Dich an Deinen Zielen orientieren kannst.

Hier einige Tipps:

  • Nutze anspruchsvolle Bilder
  • Erzähle Geschichten
  • Erstelle Videos, besonders Live-Videos sind sehr beliebt.
  • Bleibe immer authentisch
  • Sei kreativ, trau Dich auch mal, etwas ungewöhnliches zu probieren

Vermittle Know-How gratis. Sei großzügig und habe keine Angst, dass man Dich dann “nicht mehr braucht”. Im Gegenteil: das zeigt Kompetenz.

Nutze klare Überschriften und deutliche Handlungsaufforderungen an Dein Publikum (z. B. “Buche JETZT diesen Malkurs und spare 50%!” oder “Sichere Dir dieses Sonderangebot und erhalte ein Buch extra!”)

Nachdem Du Dir Zeit genommen und Deine Strategie verfestigt hast, kannst Du auch direkt mit Deiner Werbekampagne starten. Wenn Du Dich an den oben definierten Zielen orientierst, fällt die operative Arbeit leichter und Du weißt genau, wie DU Deine Zielgruppe erreichst.

Noch ein Tipp: Alles was im Facebook-Universum bleibt (Videos, Fotos, Links), wird auch höher bewertet, als wenn ihr nach draußen verlinkt, da Verweildauer auf Facebook selber natürlich priorisiert wird.

Warum ist Werbung auf Facebook so wichtig?

Du hast sicher mitbekommen, dass sich der Algorithmus von Facebook geändert hat (und dies auch immer wieder tut). Die organische Reichweite ist nämlich in den letzten Monaten für viele dramatisch gesunken. In einer offiziellen Ankündigung im Frühjahr 2018 hat Mark Zuckerberg das so erklärt, dass Facebook weniger Inhalte von Firmen und mehr Inhalte von Deinen Freunden und Familie anzeigen will. Klingt im ersten Moment für die Nutzer ja sehr schön.

Aber für die Gewerbetreibenden bedeutet das, dass ihre Beiträge schlicht und ergreifend ausgefiltert werden. Selbst die eigenen Freunde und Follower der Seite erreichen die Beiträge oft nicht mehr. Nach diesem Einsturz bewegen sich darum viele Unternehmer in die bezahlte Werbung. Und genau das ist das Ziel von Facebook. Es möchte eben keine Gratis-Anzeigenplattform sein, sondern mit Werbung Geld verdienen.

Doch auch hier sind Anzeigenplätze begrenzt. Ähnlich wie bei Google gibt es Auktionen für Werbeplätze, in denen alle Wettbewerber gegeneinander antreten. Hier entscheiden die Relevanz des Beitrags und die Höhe des Gebots.

Wir sind keine Facebook-Vertriebler, jedoch kann man sagen, dass Du ganz ohne Werbeinvestition in Deine Marke auf lange Sicht nicht weiterkommst. Gerade am Anfang, wenn Du im Aufbau bist. Fest etablierte Marken wie Coca Cola, L’Oréal, IBM usw. geben massive Beträge im Jahr für Marketing aus. Und Du überlegst noch “Investieren, ja oder nein?”.

Um Deine Zielgruppe zu erreichen, Kundenkontakte zu knüpfen und Neukunden anzulocken, ist Facebook-Werbung eine große Möglichkeit, Deine Unternehmensziele zu verwirklichen.

Welche Stolperfallen und Fehler gibt es bei der Nutzung von Facebook-Werbung?

Wenn Facebook Dir zu einem bestimmten Beitrag großzügig vorschlägt, mit nur 5 EUR (oder ähnlichen Kleinbeträgen) Deinen Beitrag x-tausend Nutzern anzuzeigen, ist die Verlockung groß, dies ohne Planung und Überlegung einfach zu machen. Bedenke aber: Facebook möchte in erster Linie Geld verdienen und ist im Grunde nicht an Deinem Erfolg interessiert. Das ist wie mit einem Spielautomaten, der den Zocker immer dazu verführt, noch eine Münze einzuwerfen, weil mit dem nächsten Spiel “ganz bestimmt die große Serie” geknackt wird.

So funktioniert das aber leider nicht. Denn ohne eine konkrete Social-Media-Strategie verbrennst Du das Werbegeld nur allzuleicht ohne jeden Effekt. Es gilt, ganz genau zu planen, wer wann was angezeigt bekommen soll. Ja, auch die Uhrzeit für die Anzeigen spielt eine Rolle. Je nach Produkt oder Dienstleistung gibt diese den Ausschlag, ob Deine Zielgruppe “in Kauflaune” ist. Oder möchtest Du früh am Morgen Werbung für einen Pizzadienst sehen? Die würde bei Dir sicher auch nicht so gut wirken wie am Abend, wenn Du Hunger hast.

Facebook-Marketing für Kleinunternehmen ist relevant

Dein Erfolg hängt stark von einer guten Social-Media Strategie ab. Also, bevor Du in die operative Umsetzung gehst, definiere Deine Ziele. Du kaufst Dir zum Beispiel auch kein Auto im Salon und stellst Dir erst danach Fragen wie “Kann ich mir das eigentlich leisten?”, “Hätte ich es doch lieber in Weiß gekauft?” usw.. Hole Dir Inspiration von Wettbewerbern und analysiere, was Du daran selbst gut findest und was schlecht? Und mach Dein eigenes Ding. Erstelle Dir für die Beiträge einen Redaktionsplan und nutze Automatisierungstools. Überwache Deine Aktivitäten an jedem Gerät. Facebook bietet viele Business-Tools an. Außerdem gibt es zahlreiche kostenlose Programme, die Du dafür nutzen kannst.


Über die Co-Autorin Inna Artemenko

Online-Marketing ist meine Berufung
Inna ArtemenkoOnline-Marketing-Expertin
Inna ist zertifizierte Expertin für Suchmaschinenwerbung (SEA) und berät ihre Kunden bei deren Strategie für ein erfolgreiches Online-Marketing (nicht nur für Facebook). Sie führt außerdem auch die operativen Maßnahmen der abgestimmten Online-Kampagnen durch. Ihr Themenschwerpunkt liegt bei der Werbung über Google: Google AdWords, Display-Werbung, YouTube-Werbung, Google Shopping u.v.m.

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Wenn Du gerne an einem Workshop teilnehmen und fundiert lernen möchtest, wie Facebook-Marketing funktioniert, melde Dich bei Inna! Sie organisiert deutschlandweit professionelle Social-Media-Workshops in kleinen Gruppen und auch individuell.

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